Do It Yourself – Das Schreckgespenst

DIYa In den letzten beiden Monaten habe ich mich sehr viel mit meinem Lebensstil beschäftigt, mit dem was ich esse, was ich einkaufe und wie viel Müll ich dabei produziere. Dabei habe ich viel gelesen und auch viele tolle Rezepte und Anleitungen zum Selbermachen gefunden. Das ging vom Brotbeutel bis hin zum eigenen Waschmittel.

Ich war total interessiert, davon einiges auszuprobieren und musste mich zum Teil echt zurückhalten, damit ich meine alten Vorräte erst aufbrauche. Ein bisschen was habe ich inzwischen ausprobiert. Dazu gehören:

  • Frischkäse
  • Butter
  • Deocreme
  • Spülung
  • Geschirrspülmittel für die Spülmaschine

Und heute ist die Schokolade dran. Doch zurück zum Geschirrspülmittel. Dafür musste ich erstmal einkaufen. Waschsoda, Spezialsalz für die Spülmaschine und Zitronensäure brauchte ich. Hab ich auch alles leicht bekommen, das Waschsoda im Supermarkt, das Spezialsalz hatte ich noch und die Zitronensäure habe ich mir aus der Apotheke besorgt. Dazu gab es dann einen Zettel, worauf man achten sollte. Allerlei Vorsorge- und Schutzhinweise. HinweiseÄhnliche habe ich dann auch auf dem Waschsoda gefunden. Soweit so gut, dachte ich mir. So schlimm kann es nicht sein, denn jede Menge andere Menschen haben das Zeug schon vor mir genutzt und es ist im Laden frei verkäuflich. (Ja, auch die Zitronensäure, die gibt es bei den Backwaren).

Ich will auch hier gar keine Diskussion starten, wie gefährlich oder ungefährlich diese Stoffe sind. Es geht mir dabei um etwas völlig anderes. Ich wollte es zuerst nicht benutzen für meine Spülmaschine, da ich daran denken musste, es könnte ja am Ende noch etwas davon am Geschirr sein.

Es ist komisch, aber sobald ich etwas selbst mache, stelle ich viel mehr infrage. Wie lange ist das haltbar, was passiert damit, kann ich es vertragen? So zum Beispiel auch beim selbstgemachten Deo. Da sollte Natron mit rein. Zuerst habe ich mich gefragt, ob ich das vertrage. (Habe ich, aber darum geht es ja nicht).

Warum fragen wir uns das nicht auch bei gekauften Sachen? Das ist die Frage, die ich mir stellte. Wir kaufen unser Essen und unser Deo genauso wie Geschirrspülmittel und Waschmittel. Doch ich habe mir bisher kaum die Frage gestellt, was alles drin ist. Beim Essen vielleicht schon eher, aber das Deo war für mich schon gut, wenn es keine Aluminiumsalze enthielt. Und wenn ich es dann selbst mache, dann frage ich mich bei den kleinsten Dingen schon, wie ich es vertrage und welche Auswirkungen es denn hat.

Zurück zum Geschirrspülmittel. In meinen Tabs waren Inhaltsstoffe wie Polycarboxylate, Phosphonate und Bleichmittel. Welcher Nicht-Chemiker kann mir denn auf Anhieb sagen, was das ist und wofür es drin ist? Und ich fange an, mir Gedanken zu machen bei Zitronensäure und Waschsoda. Vielleicht sollten wir uns diese Gedanken mal öfter machen, dann würden wir auch nicht einfach alles kaufen, was uns die Werbung suggeriert.

Doch warum machen wir uns denn jetzt eigentlich keine Gedanken über die Inhaltsstoffe? Ganz einfach. Es wurde uns nicht beigebracht. Mama oder Papa haben irgendwann ausprobiert, welches Waschmittel am besten funktioniert und dabei blieb es. Ich habe es selbst gemerkt, als ich ausgezogen bin. Am Anfang habe ich immer genau die gleichen Reiniger gekauft, die es zuhause auch gab. Warum sollte ich auch darüber nachdenken? Genauso ist es mit den Lebensmitteln. Wir essen sie und wir orientieren uns am Haltbarkeitsdatum. Wer aber sagt mir, wie lange mein selbstgemachter Frischkäse oder die Butter haltbar sind? Das muss ich selbst herausfinden. Und genau deshalb bin ich dabei viel skeptischer. Ich muss mich sehr auf meine Sinne verlassen, also werden die auch immer in Alarmbereitschaft versetzt, sobald ich etwas esse, das ich selbst gemacht habe, oder auch, wenn ich das Geschirrspülmittel an den Händen habe.

Es ist eine komische Angewohnheit, diese Skepsis, aber dennoch sollte uns das mal ein bisschen wach machen. Denn beim Selbstgemachten wissen wir wenigstens was drin ist, und das ist weniger „gefährlich“ als das, was wir nicht kennen.

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5 Gedanken zu “Do It Yourself – Das Schreckgespenst

  1. DIY für Reinigung & Co. finde ich auch spitze. Und wo ich schon dabei bin, würde ich Dich gern für den „Liebster Award“ nominieren. Falls Du ja sagst, würde ich Dir dann die Tage mal einen Link schicken, in dem Du mehr erfährst. Würde mich sehr freuen, wenn du ja sagst. Falls nicht lese ich trotzdem weiter bei Dir 😉 LG Tamy

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  2. Hallo!

    Ich denke es ist auch eine Frage der Verantwortung. Wenn ich etwas selbst mache, dann trage ich die Verantwortung.

    Wenn es jemand anderer herstellt, hat er die Verantwortung. Wir lesen von Produkttests und lassen sogar zu, dass Tiere damit getestet werden. Dann wird das schon passen, da sind ja alle Eventualitäten ausgeschlossen, wenn das jemand so genau getestet hat. Schon komisch, wie wir die Verantwortung an der Supermarktkasse abgeben!

    lg
    Maria

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