Die süße Versuchung

Schaufenster Süßes1Zugegeben, es ist nicht immer ganz so leicht, „Nein“ zu sagen. Manchmal ist das echt verdammt schwer. Inzwischen ist es so, dass es mir zu Hause ziemlich leicht fällt, Plastik zu vermeiden. Meistens jedenfalls. Das, was ich noch da habe, wird natürlich aufgebraucht, alles andere wäre Verschwendung. Und ich kaufe nur noch dann neues Plastik, wenn es gar nicht anders geht.

So weit so gut. Doch wenn ich nicht zu Hause bin, ist das schon viel schwieriger. Letztes Wochenende erst, da war ich auf einer Messe. Ich habe erstmal nichts Essbares gekauft und musste mich viel mehr dazu zwingen, auf Plastik zu achten. Aber ich habe es geschafft. Ich habe nicht viel gekauft, aber was ich gekauft habe, war plastikfrei. Und auch beim Mittagessen hat das hingehauen (die Zutaten waren sicher in Plastik eingepackt, aber was bei mir angekommen ist, war ohne Plastik, wenn auch auf einer Wegwerfpappe).

Vorgestern war es aber so weit. Ab und zu, wenn es warm ist, holen wir auf der Arbeit Eis für alle Mitarbeiter. Das ist an sich ja auch eine super Idee, allerdings gibt es das nur in Plastik. Ich habe echt innerlich ein bisschen mit mir gekämpft, esse ich ein Eis oder nicht. Aber es war so warm und Eis war in dem Moment so super. Und dann musste ich an unseren riesigen Folien-Container denken und habe mir auch ein Eis genommen. Ein kleines Stück mehr oder weniger, macht bei der Menge Müll auf der Arbeit ja nichts oder? Naja, so gesehen vielleicht nicht. Wenn man dann aber bedenkt, das wir jeder ein Eis essen und das auch immer mal wieder, macht es eben doch was aus. Ich muss zugeben, ich hatte echt ein kleines schlechtes Gewissen, aber habe mir dann gedacht, ich verzichte dann beim nächsten Mal darauf. Und immer nur „Nein“ sagen macht ja auch nicht glücklich.

Aber Pustekuchen. Das „nächste Mal“ war bereits heute. Es gab kein Eis, aber dafür Schokolade. Jede Tafel einzeln in Folie eingeschweißt, von einem Hersteller, der sowohl Tierversuche durchführt, als auch genmanipulierte Zutaten verwendet. Oder verwenden könnte. Zumindest beliefert Monsanto diesen Hersteller. Auch heute habe ich mitgegessen. Warum weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Ich hätte es auch einfach sein lassen können. Aber irgendwie auch nicht.

Dabei ist mir eigentlich nur klar geworden, dass ich mich manchmal auch einfach selbst verarsche. Dann versuche ich mir Dinge schön zu reden, die gar nicht schön sind. Oder ich mache einfach meine Augen zu und denke nicht nach. Und hinterher, wenn ich dann darüber nachdenke, frage ich mich, wozu das eigentlich nötig war. Sicher, an den Plastikmüll hatte ich gedacht. Aber ich hätte es vermutlich nicht gegessen, wenn ich an die Tierversuche gedacht hätte.

Also ihr seht, es läuft nicht immer alles rund. Und ich werde mich jetzt bestimmt nicht tagelang von einem schlechten Gewissen plagen lassen. Das wird jetzt abgehakt unter „Wieder was gelernt“ und beim nächsten Mal denke ich einfach vorher nach. Ich denke, dann werde ich auch lockerer daran vorbei gehen können.

Aus jedem Fehler lernt man und man kann es besser machen. Und ich mache es so, wie ich es für richtig halte. Denn es sind meine Regeln. Ich könnte auch einfach sagen, ich mache mal eine Ausnahme. Bestimmt können das auch die meisten Leute. Aber ich kann das nicht besonders gut, ich habe dann ein schlechtes Gewissen und das Gefühl, ich verarsche mich selbst. Und dafür halte ich mich an meine Regeln. Nur für mich, für niemand anderen.

Deshalb kann mir auch niemand etwas vorwerfen, denn die Entscheidung muss ich allein treffen. Denkt daran! Es ist nicht schlimm, wenn ihr euch etwas vornehmt und dann mal davon abweicht. Ihr müsst ja mit der Entscheidung zurecht kommen und kein anderer. Und so lange ihr das könnt, ist es auch okay!

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4 Gedanken zu “Die süße Versuchung

  1. Beim Lesen dachte ich, ich müsste Dich trösten, aber Im weiteren Verlauf des Posts stellte sich raus, dass du eh eine gesunde Einstellung dazu hast 🙂 Wenn es nur Menschen gäbe, die sich einen Kopf darüber machen, ob sie ein Eis essen sollen oder nicht, hätten wir diese globalen Probleme nicht! LG Miss Sunscreen

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    • Haha 😀 ich musste grade lachen, sehr lieb von dir 🙂
      Jaa, schön wärs. Aber hier kann ich es wenigstens teilen, ohne ausgelacht zu werden, würde ich das meinen Kollegen erzählen, würden die nur genervt die Augen verdrehen 😉
      LG!

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  2. Huhu. Ich finde es gut, dass du so ehrlich zu dir und auch zu anderen bist, und dir eben auch eingestehst,wenn etwas mal nicht so rund gelaufen ist. Also ich kaufe nach wie vor nur Dinge in Plastik, die ich anders nicht bekomme. Und ich mache eben bei Packungen die ich länger benutze kleine Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn jetzt eine Packung einen Plastikdeckel hat,ansonsten aber nur aus Pappe besteht, dann kann ich da sehr wohl mit leben. Bei Cappuccino beispielsweise, weil ich den nur alle Jubel Jahre mal trinke. Vor allen Dingen ist es ja so, dass ich schon enorm viel Plastik spare, allein durch das meiden von Verpackungen in der Obstabteilung und durch vermeidung von Platiktüten an der Kasse. Und wenn ich irgendwo zu Besuch bin und da liegen Plätzchen, oder Chips und ich weiß die waren vorher in Plastik eingepackt, dann verbreite ich keine miesepeter Stimmung damit, alle aufzuklären, sondern greife da auch schonmal zu. Wo ich wirklich rigoros bin, ist bei Plastkflaschen. Ich trinke auch bei Freunden und Familie ausschließlich Leitungswasser, weil ich diese Flaschen einfach ätzend finde. Ich kann dich übrigens beruhigen, ich habe mir vor ein paar Tagen mal eine Packung vegetarischen Wurst gegönnt, die war ebenfalls in Plastik. Das passiert wirklich nur alle paar Wochen mal, wenn ich da wirklich richtig Lust drauf habe. Aber das kann ich mir verzeihen und mache mich auch nicht verrückt deswegen, denn schließlich geht es ja immer darum einen Mittelweg zu finden und wie gesagt, wenn jeder ein bisschen mehr darauf achten würde, dann hätten wir schon die halbe Miete.
    Lieben gruß und nicht bekloppt machen 🙂

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    • Vielen Dank für deinen Kommentar 🙂
      Schön, dass es nicht nur mir so geht (aber das war mir eigentlich auch klar). Ich mache das auch so wie du, ich esse dann auch mit, wenns da schon liegt oder kaufe mir z.B. auch mal ne Pizza oder gehe essen. Da kann ich ja auch nicht drauf an, wie es verpackt war. Aber das mit den Plastikflaschen kenn ich nur zu gut. Das Wasser daraus finde ich inzwischen nur noch eklig und vermeide es deshalb. Da schmeckt man förmlich, wie sich das Plastik auflöst. Aber es ist schwierig. Gerade, wenn man z.B. mal feiern ist oder sowas.
      Naja, Übung macht den Meister, irgendwann klappt das schon ganz unkompliziert 🙂
      Liebe Grüße!

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