Plastikfrei – Eine Frage des Geldes?

Eine Frage des GeldesNach dem anfänglichen Erstaunen und den „Das ist doch unmöglich“-Aussagen kommt meistens die Frage: „Ist das nicht viel teurer?“ Gar nicht so einfach zu beantworten. Ist ein plastikfreies Leben eine Frage des Geldes? Oder kann das jeder schaffen, egal wie viel er verdient? Für mich persönlich hat sich in meinem Portemonnaie nicht viel geändert, seit ich plastikfrei einkaufe. Ich gebe in etwa die gleiche Summe aus wie vorher, eher weniger als mehr.

Es mag sein, dass einzelne Produkte viel teurer sind, wenn man sie plastikfrei bekommen möchte. Aber in der Summe macht es nichts aus, denn man kauft viel weniger unnötige Lebensmittel, wie z.B. Süßigkeiten!

Natürlich ist das aber eine Frage des Lebensstandards. Wenn ich mir von meinem Geld sowieso kaum etwas leisten kann, genau berechnen muss, was ich in welchem Monat ausgebe, dann wird es schwierig, alles auf einmal zu ändern und nur noch plastikfrei zu kaufen. Also eben dann, wenn man keine unnötigen Dinge kaufen kann, weil das Geld dazu nicht reicht. Auf Dauer wird es aber möglich sein, vor allem, wenn man kostenintensive Dinge wie Shampoo, Spülung, Waschmittel etc. selbst macht! Dann geht die Umstellung eben etwas langsamer, aber zum Ziel kommt man trotzdem.

Kostenintensiv sind vor allem Neuanschaffungen. Bei einigen Dingen ist es sicherlich preislich egal, ob ich die Plastikvariante nehme oder die plastikfreie. Andere Dinge, wie z.B. Brotdosen, kosten sehr viel mehr als das Pendant aus Plastik. Dafür sind Edelstahldosen aber auch sehr viel haltbarer. Wenn ich da an meine Plastikdosen denke, die sich mit Tomatensoße schnell rosa gefärbt haben und an einigen Stellen rau wurden, je öfter sie gebraucht und gespült wurden. Da gruselt es mich ja, wenn ich bedenke, dass dort mein Essen jahrelang drin war. Ich will gar nicht wissen, wie viel ich davon mitgegessen habe.

Mein Papa sagt immer: „Wer billig kauft, kauft zweimal!“. Und das ist so wahr. Wie oft habe ich die Erfahrung schon selbst gemacht, eben mal schnell was gekauft, weil es gerade so günstig war. Bis ich später gemerkt habe, dass es qualitativ nicht sehr gut ist. Also musste irgendwann etwas Neues her. Und so ist es mit vielen Dingen. Gerade wenn ich nicht viel Geld habe, sollte ich qualitativ hochwertige Produkte kaufen, denn zweimal zu kaufen bedeutet im Endeffekt eine höhere Ausgabe.

Ich will damit nicht sagen, das alle plastikfreien Produkte uneingeschränkt besser sind als die Plastikvariante. Auch dort gibt es sicherlich billige Verarbeitung. Aber genau deshalb sollten immer verschiedene Produkte verglichen, vielleicht Erfahrungsberichte gelesen und ausreichend recherchiert werden, bevor man etwas kauft (vor allem bei größeren Kosten). Auch wenn das erstmal viel Arbeit ist, es lohnt sich.

Also, es ist natürlich einfacher, Plastik komplett aus dem Leben zu streichen, wenn man viel Geld hat. Aber es ist nicht unmöglich das auch mit wenig Geld zu schaffen. Bisher habe ich von vielen Plastikvermeidern gelesen, dass sie Geld sparen und so ist es bei mir auch. Ich hoffe dieser Aspekt ermutigt einige, sich vielleicht doch mal mehr mit dem Thema zu befassen!

Aber das wichtigste ist die Einstellung. Wenn man es wirklich will, dann schafft man es auch. Und es ist auch die Frage, wie viel einem ein plastikfreies Leben wert ist. Mir wäre es auch das wert, mehr Geld auszugeben, falls es mal nötig wird. Ich denke da auch vor allem an den gesundheitlichen Aspekt. Ich belaste mich nicht weiter so stark mit dem Plastik und lebe damit auch gesünder, was sich vielleicht irgendwann in Rechnungen von Ärzten und Medikamenten wiederspiegelt! Vom Umweltschutz, der auch unsere (zukünftigen) Kinder und Enkel usw. betrifft ganz zu schweigen!


einfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Diesen Beitrag verlinke ich zur neuen Blogparade Einfach. Nachhaltig. Besser. Leben
Die Linkparty findet im April auf diesem Blog statt.

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11 Gedanken zu “Plastikfrei – Eine Frage des Geldes?

  1. Pingback: Rückblick – Der April | Grünes Einhorn

    • Das freut mich wirklich zu hören! Ja, das stimmt, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Einfach mit Hunger nach Lust und Laune einkaufen ist dann nicht mehr drin (zum Glück) und alleine die Süßigkeiten fallen ja schon komplett weg 😀 Aber auch andere überflüssige Sachen fallen einem auf und man fühlt sich auf einmal viel befreiter und leichter!
      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Nach der Linkparty ist vor der Linkparty: {EiNab} geht in die zweite Runde | Verrücktes Huhn - Neues aus dem wahren Leben

  3. Hey, cool deinen Blog kannte ich noch gar nicht. Schön über die Parade neue „Gesichter“ zu entdecken! Ich habe mich auch schon öfter mit der Frage beschäftigt, ob plastikfrei nur was für Vermögende ist, da ja tatsächlich viele Dinge teurer sind, wenn sie ohne Verpackung, bzw. eben nicht aus dem Discounter kommen. Glücklicherweise war ich nie so knapp mit dem Budget, dass ich zwingend das günstigste kaufen musste, aber ich glaube dennoch, dass es viele Menschen gibt, für die die Milch in Glasflaschen tatsächlich ein Luxus darstellt.
    Das ist jedenfalls ein interessantes Thema, über das es sich nachzudenken lohnt.
    LG Zora

    Gefällt 1 Person

    • Hey 🙂
      Ja, ich finds auch eine tolle Idee, sich mal auszutauschen! Und für alle nicht-Blogger auch toll, weil sie die Infos alle auf einmal kriegen können 🙂
      Ja, ich merke das auch immer wieder, wenn ich erzähle, dass ich Milch im Glas kaufe. Dann fragen alle nach dem Preis und dann fällt denen die Kinnlade runter. Aber mir ist es das wert, schmeckt irgendwie ein bisschen besser und ist für die Tiere viel besser, weil es (abgesehen von Landliebe) bei uns nur Biomilch in der Flasche gibt. Ich trinke seit dem auch viel lieber Milch 🙂 Ist irgendwie schöner in der Flasche.
      Aber das mit dem Geld kann natürlich zum Problem werden. Zumindest, wenn man alles auf einmal will. Wenn man nach und nach neue Anschaffungen macht oder Gebrauchtes kauft, kann man es denk ich schon schaffen. Da kommts halt darauf an, wie groß der Wille ist und was einem die eigene Gesundheit wert ist! 🙂
      Liebe Grüße!

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      • Jaja, die Milch in Glasflaschen und der Joghurt in Pfandgläsern. Das ist so ein wunder Punkt bei meinem Mann und mir.

        Eigentlich möchte(n) ich(wir) schon gerne austauschen.

        EIGENTLICH…wenn das nur nicht um ein vielfaches teurer wäre.

        Das ist etwas, was mich immer noch davon abhält, diese Tetra-Paks aus unserem Haushalt zu verbannen. Mal sehen, vielleicht klappt das ja doch noch mit der Zeit. Erst einmal muss ich das weiter verfolgen, ob wir durch die Umstellung auf plastikfrei wirklich weniger ausgeben.

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  4. Hallo!

    Super Beitrag! Ich sehe das ganz genau so.

    Durch meine Umstellung gebe ich mittlerweile deutlich weniger Geld als vorher aus, nur ein paar Anschaffungen waren am Anfang, aber die habe ich durch den Verkauf meiner Plastiksachen finanziert.

    Laufend brauche ich wirklich weniger Geld, aber das liegt auch daran, dass ich sehr viel selber mache.

    Ich wollte die Gelegenheit nützen und Dich auf unsere Linkparty „einfach.nachhaltig.besser.leben“ aufmerksam machen.

    Mehr Infos findest Du hier:
    https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/a-linkparty-einfach-nachhaltig-besser-leben/

    Deine Beiträge würden thematisch gut reinpassen, Du könntest einfach einen Backlink zur aktuellen Linkparty (im Beitrag zu sehen) setzen und dann Deine Beiträge im Kommentar verlinken.

    Würde mich sehr freuen, weil ich Deine Beiträge wirklich ausgesprochen informativ finde!

    lg
    Maria

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