Ist „vegan“ die ultimative Lösung?

Vegan die ultimative LösungDa ich mir gerne die Tipps und Erfahrungen anderer Menschen zum Thema plastikfrei und auch tierversuchsfrei leben durchlese, bin ich auch in entsprechenden Facebook-Gruppen. Dies ist für mich eine gute Möglichkeit des Austauschs, ich kann helfen und mir wird geholfen, direkt oder indirekt. Dabei „eskalieren“ manche Diskussionen leider regelmäßig, weil die Toleranz für eine andere Lebensweise als die eigene an vielen Stellen fehlt.

Das ist leider sehr schade, denn es ist nicht Sinn solcher Austausch-Gruppen, sich gegenseitig fertig zu machen oder zu beschimpfen. Deshalb möchte ich nochmal betonen, es ist wichtig, auch andere Lebensweisen als die eigene zu akzeptieren und auch „Fehler“ zuzulassen. Natürlich fällt es auch mir schwer, nichts zu sagen, wenn die Menschen in meinem Umfeld achtlos konsumieren und die Umwelt nachhaltig schädigen. Aber ich reiße mich zusammen, soweit es geht, und halte meine Klappe. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich niemanden bekehren kann, schon gar nicht dazu zwingen. Die meisten werden dann absichtlich dagegen handeln und damit ist niemandem geholfen.

Ich erzähle lieber mal – wenn es gerade passt – wie ich lebe und warum. Einige werden dann hellhörig und scheinen gar nicht so abgeneigt, ob sie es dann umsetzen ist dann etwas ganz anderes. Aber auch ich kenne den Moment, in dem man am liebsten losschreien möchte, weil scheinbar die gesamte Welt mit geschlossenen Augen durchs Leben läuft. Aber guckt mal genau hin: Ihr werdet bemerken, dass immer mehr Menschen auf Umwelt und Ressourcen achten. Auf die eine oder die andere Weise!

Aber zurück zu den Facebook-Diskussionen: Nun las ich doch tatsächlich letztens, ein veganes Leben sei das höchste Ziel. Soll das heißen, dass wäre quasi die letzte und höchste Stufe der Entwicklung? Das fand ich dann doch eher fragwürdig. Ich meine, gut und schön, dass man die Tiere schützen will und das halte ich auch nicht für falsch. Ich esse selbst kein Fleisch mehr, zum Einen weil ich das meiner Gesundheit nicht antun möchte (Antibiotika etc.) und zum Anderen, weil ich diese Massentierhaltung nicht unterstützen will. Ich lebe allerdings nicht vegan. Dass wäre für mich zu viel Einschräkung und damit wäre ich nicht glücklich.

Dennoch halte ich es nicht für richtig, ein veganes Leben über alles zu stellen. Da muss man doch mal einen Schritt weiter denken und sich überlegen, was dann statt der Massentierhaltung passiert. Es wird noch mehr Monokulturen geben, es werden noch mehr Wälder abgeholzt und es wird immer mehr Gentechnik geben. Jetzt können wir uns überlegen, ob das die ultimative Lösung für uns und unsere Natur ist. Ich glaube nicht.

Versteht mich nicht falsch, ich will hier keinen verteufeln, der vegan isst und auch niemanden, der Fleisch isst. Aber wir sollten uns mal Gedanken machen, ob es wirklich nur den einen richtigen Weg gibt. Ich denke, ein richtiger Ansatz wäre ein bisschen von allem. Ohne Massenproduktionen und Gentechnik. Eine gesunde Mischung. Wichtig ist vor allem, dass wir alle ein besseres Bewusstsein dafür bekommen, was wir konsumieren und wo es her kommt. Nicht nur an das Land, aus dem es kommt, sondern auch an die Menschen denken, die bei der Ernte/Produktion beteiligt waren. Das gilt nicht nur für Nahrungsmittel, sondern für unseren gesamten Konsum.

Wir sollten endlich aufwachen!

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11 Gedanken zu “Ist „vegan“ die ultimative Lösung?

  1. Pingback: Rückblick – Der April | Grünes Einhorn

  2. Es gibt nichts Schlimmeres als Menschen, die andere ‚bekehren‘ wollen. Keiner ist perfekt, jeder macht Fehler, auch die, die sich bemühen. Und wenn man seine Lebensweise über die anderer stellt, bringt das gar nichts. Das ist in meinen Augen wie bei den Religionen. Mit militanten Parolen wird man keinen bekehren oder überzeugen, höchstens abschrecken.
    Vegan geht bei mir deshalb gar nicht, weil – wie du auch schreibst – es dann andere Probleme gibt. Wenn ich das ganze Plastik sehe, einfach nur ekelhaft. Aber wenn das jemand für sich so entschieden hat, OK. Ich bin eher für Reduzierung: weniger Fleisch, weniger Tierprodukte, aber keine Ersatzstoffe, die auch fragwürdig sind (Tofu eingeschweißt).
    LG, Ingrid

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  3. Ich finde jeder soll für sich das gesunde Mittelmaß finden.
    Besonders lecker ist doch das in Plastik eingeschweiste Tofu. Das geht gar nicht.
    Wenn ich sehe was meine veganen Mitmenschen in 8 Stunden Bürotag an Müll produzieren,
    mit ihren speziellen Nahrungmitteln.
    Und dann noch auf Militante weise jeden bekehren wollen
    es ist zum weglaufen.

    @ Aussteiger
    So macht man sich keine Freunde.
    Es ist nicht alles schlecht, aber es ist auch nicht alles gut.
    ich lebe lieber bewußt und mit offenen Augen durch das Leben.
    Es gibt neben schwarz und weiß nämlich noch bunt und grau.
    Militantes Verhalten schreckt ehr ab.

    @grueneseinhorn
    Dein Ansatzt war sehr dezent formuliert,
    genau so sollte es sein.

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  4. du willst, dass die menschen bewusstert lebenund sich gedanken machen über unseren konsum und die folgen. genau dies wollen die veganer. es geht doch nicht nur um tierschutz, es geht um den erhalt der menschen und den erhalt unserer umwelt. warum haben wir denn so viele hungernde menschen die deshalb auf der flucht sind?
    das fleisch essen zerstört unsere umwelt, sogar unseren planeten !
    https://campogeno.wordpress.com/2013/11/26/fleisch-essen-zerstort-unseren-planeten/

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    • Ich habe ja auch gar nicht behauptet, dass vegan schlecht ist. Ich habe vor allem kritisiert, dass es so viel Intoleranz gegenüber verschiedenen Lebensweisen gibt. Daran muss gearbeitet werden. Genauso wie an dem übermäßigen Fleischkonsum, von dem du schreibst. Das ist alles richtig, das sehe ich auch genauso. Aber es gibt nunmal nicht nur eine richtige Lösung. Auch veganes Leben kann zum Problem werden, wenn für die Ackerflächen dann Wälder abgeholzt werden müssen oder die Produkte so viel gespritzt und gedüngt werden, dass das Wasser und der Boden total verseucht werden. Ganz zu schweigen, von dem, was dann in der Luft hängt und eingeatmet wird. Und wieder wären es weniger die reichen Menschen, die darunter leiden, als die armen.
      Es ist wie bei Gift, die Menge machts. Wie gesagt, ich kritisiere nicht die Idee, die hinter dem veganen Leben steht (ich weiß auch, dass sich viele Veganer viel bewusster mit dem Leben beschäftigen), sondern die Intoleranz die an vielen Stellen herrscht, sowohl von Fleischessern für Veganer als auch umgekehrt.
      Die Welt wird niemals besser, wenn wir uns gegenseitig immer etwas aufzwingen wollen. Wir können die Menschen auf Probleme aufmerksam machen, aber ändern müssen sie es selbst!

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      • Es ging in diesem Blogpost auch gar nicht darum, wer die Umwelt zerstört oder nicht. Da gibts auch eine Menge verschiedener Gründe und es ist nicht nur auf Massentierhaltung und Fleischkonsum zurückzuführen. Es ging in meinem Blogpost vor allem darum, dass an sehr vielen Stellen Intoleranz herrscht und dass, aus Sicht dieser intoleranten Menschen nur die eigene Lebensweise die einzig richtige ist.
        Dabei vergessen sie leider, dass auch sie nicht perfekt auf die Welt gekommen sind und auch erstmal zu der Erkenntnis kommen mussten, dass hier was zu ändern ist.

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    • Das ist durchaus richtig. Trotzdem ist vegan für mich nicht die ultimative Lösung bzw, wie geschrieben wurde „das höchste Ziel“. Wenn die ganze Welt vegan wäre, dann würden wir andere Probleme bekommen als die Massentierhaltung. Es gibt erst eine Lösung, wenn wir Menschen bewusstert leben, uns Gedanken machen über unseren Konsum und die Folgen.
      Ich will nicht sagen, dass vegan leben falsch ist, aber es ist nicht die einzige richtige Lösung. Man kann z.B. auch Fleisch essen, ohne dass es aus Massentierhaltung kommt. Wichtig ist ja, das wir respektvoll miteinander, mit der Umwelt und mit den Tieren umgehen und bewusst darüber nachdenken, welche Folgen unser Handeln haben kann. 😉
      Es ging hier nicht darum, Veganer zu verteufeln, ich wollte lediglich kritisch hinterfragen, ob das wirklich „das höchste Ziel“ sein kann. 😉
      LG!

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