Gentechnik #2 – Ist das wirtschaftlich sinnvoll?

GentechnikIm ersten Beitrag der Gentechnik-Reihe habe ich erklärt, was Gentechnik eigentlich ist und welche Anwendungsgebiete es gibt. In diesem Beitrag möchte ich darauf eingehen, ob Gentechnik wirtschaftlich sinnvoll ist, und wenn ja, für wen. Im Grunde genommen sollen gentechnisch veränderte Pflanzen einen besseren Ertrag bringen und/oder bessere Eigenschaften aufweisen. Dazu werden ein oder mehrere Gene in der Pflanze in vielen Versuchen verändert. Doch führt das wirklich zum gewünschten Ziel?

Gentechnisch veränderte Pflanzen führen oft nicht zu einem höheren Ertrag, sondern sorgen eher für Ertragseinbußen bis zu 10% (Quelle). Das liegt daran, dass durch die Veränderung der Genetik auch der Stoffwechsel der Pflanze beeinflusst wird. Dadurch ist die Pflanze anfälliger für Schädlinge oder Krankheiten oder kann bestimmte Stoffwechselkomponenten nur noch schwieriger umsetzen.

Dazu kommt, dass die Landwirte das Saatgut in jedem Jahr neu kaufen oder immer wieder Lizenzgebühren bezahlen müssen. Die Saatguthersteller haben Patente auf ihr Saatgut. Außerdem ist das Saatgut meist nicht fortpflanzungsfähig. Das heißt, die Landwirte können kein Saatgut von der Ernte zurücklegen und im nächsten Jahr neu aussäen. Sie sind darauf angewiesen, immer wieder neues Saatgut zu erwerben. Das verursacht natürlich zusätzliche Kosten für die Landwirte, die dann an den Verbraucher weitergegeben werden.

Zusätzlich verpflichten sich die Landwirte beim Kauf des Saatguts oft gleichzeitig dazu, das passende Herbizid zu kaufen. Dieses Herbizid wird normalerweise vom Saatguthersteller produziert und direkt mit verkauft. Dieser verdient daran gutes Geld, der Landwirt allerdings muss die höheren Kosten tragen.

Zusammengefasst heißt das also, dass Gentechnik wirtschaftlich nicht sehr sinnvoll ist. Die Saatguthersteller investieren viel Geld in die Erforschung von Gentechnik. Sie sind die Einzigen die dabei verdienen, denn sie verkaufen nicht nur ihr Saatgut, sondern auch die passende Schädlingsbekämpfung. Ohne diese „funktioniert“ die Pflanze nicht, da sie gentechnisch so verändert wurde, dass nur dieses eine Herbizid für die Pflanze passend ist.

Das macht die Landwirte abhängig von den Saatgutherstellern. Die Landwirte müssen das Saatgut jedes Jahr bezahlen und auch das Herbizid. Trotzdem haben sie Ertragseinbußen bis zu 10%.  Auch der Verbraucher hat keine Vorteile durch die Gentechnik. Die Mehrkosten der Landwirte werden umgewälzt auf die Verbraucher, doch dafür gibt es keine besseren Produkte. Wirtschaftlich lohnt sich Gentechnik also nur für  die Saatguthersteller.


Hier kommt ihr zum ersten Beitrag der Gentechnik-Reihe:

Gentechnik #1 – Was ist das?
Gentechnik #3 – Anbaugebiete
Gentechnik #4 – Gentechnik in Lebensmitteln


einfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Diesen Beitrag verlinke ich zur neuen Blogparade Einfach. Nachhaltig. Besser. Leben
Die Linkparty findet im April auf diesem Blog statt.

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8 Gedanken zu “Gentechnik #2 – Ist das wirtschaftlich sinnvoll?

  1. Pingback: Kein Sommerloch bei {EiNaB}: Rückblick auf die Juni-Parade | Verrücktes Huhn - Neues aus dem wahren Leben

  2. Pingback: Gentechnik #4 – Gentechnik in Lebensmitteln | Grünes Einhorn

  3. Pingback: Gentechnik #3 – Anbaugebiete | Grünes Einhorn

  4. Pingback: Rückblick – Der Mai | Grünes Einhorn

  5. Hallo, ich finde deine Gentechnik-Reihe sehr interessant, auch wenn ich das meiste schon aus diversen Reportagen und Dokus weiß. Einer dieser Saatgut-Hersteller ist, wie du wahrscheinlich weißt, Monsanto. Es ist wirklich erschreckend mit wie vielen anderen großen Konzernen (z.B. Coca Cola) die zusammen arbeiten, das hat auch einen großen Einfluss auf die Weltwirtschaft und unsere Verbrauchersicherheit, weil immer weniger Konzerne/Menschen den Markt kontrollieren. Das führt auch dazu, dass sie einen sehr großen Einfluss auf die internationale Politik haben. Besonders den USA unterstelle ich, dem Druck der Lobbyisten leicht nachzugeben und Gesetze nach deren Willen zu machen. Da will ich mir gar nicht überlegen, was passiert, wenn TTIP abgeschlossen würde und wir unsere Richtlininen und Gesetze denen der USA anpassen müssten…
    Insgesamt ein sehr weitreichendes, weitverzweigtes Thema diese Gentechnik.
    Liebe Grüße

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    • Ja, da hast du Recht. Ich wollte erst nur einen Beitrag darüber schreiben, aber wenn man ein bisschen recherchiert, dann ist das so ein umfangreiches Thema! Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, eine Reihe daraus zu machen. Kürzere Beiträge bleiben besser im Gedächtnis und werden lieber gelesen. Und dann muss ich ja erstmal mit den „Grundlagen“ anfangen 😉
      Aber ich finde es gut, dass du schon viel darüber weißt. Ich glaube das wissen die wenigsten. 😉
      Mir graut es auch vor den Folgen der ganzen Giftstoffe etc. Sei es in der Gentechnik oder im Plastik. Meist sind die Stoffe nichtmal erforscht und dann werden sie auf den Markt gegeben und der Versuch wird eben an uns gemacht. Und dann dauert es Ewigkeiten, bis etwas eventuell mal wieder verboten wird. Anstatt das vorher zu prüfen, wie z.B. bei Medikamenten.
      Liebe Grüße zurück! 🙂

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  6. Pingback: Gentechnik #1 – Was ist das? | Grünes Einhorn

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