Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl

EdelstahlEdelstahl ist vielseitig einsetzbar: Bei Besteck, Töpfen, Brotdosen, Trinkflaschen, Campingzubehör und natürlich in vielen anderen Bereichen des Lebens. Bleiben wir aber mal beim Lebensmittelbereich. Ist Edelstahl wirklich immer gleich Edelstahl oder gibt es da gravierende Unterschiede? Und worauf sollte ich achten?

Wichtig bei Edelstahl für Lebensmittel ist, dass er säurebeständig ist und nicht rostet. Außerdem sollte er spülmaschinengeeignet und natürlich geschmacksneutral sein. Dabei sollte man immer auf die Zusammensetzung des Edelstahls achten. Es gibt viele unterschiedliche Bezeichnungen und normalerweise bestehen diese nur aus Zahlen. Auf den ersten Blick undurchschaubar, zumindest für die Nicht-Chemiker unter uns.

Gängige Bezeichnungen für für Lebensmittel geeigneten Edelstahl sind 18/8 und 18/10. Die 18 steht jeweils für den Chromanteil von 18%, die 8 bzw. die 10 für einen Nickelanteil von 8% bzw. 10%. Die restlichen 74%/72% sollten möglichst reiner Stahl sein. Edelstahl mit der Bezeichnung 18/8 oder 18/10 ist absolut lebensmittelgeeignet, da er rostfrei, säurebeständig, spülmaschinengeeignet und geschmacksneutral ist.

Eine weitere Edelstahllegierung ist 18/0. Dieser Edelstahl enthält kein Nickel, was für Allergiker wichtig sein kann. Allerdings ist dieser Edelstahl nur rostfrei, aber nicht uneingeschränkt spülmaschinenfest, denn Nickel ist für die Säurebeständigkeit zuständig. Ab einem Chromanteil von 10,5% gelten Edelstähle als „rostfrei“ – allerdings nur unter normalen Umgebungsbedingungen, also höchstens dann, wenn sie in der Schublade unbenutzt herumliegen. Aufpassen sollte man auch bei Edelstahl mit der Bezeichnung 14/4. Diese Edelstahllegierung ist für Speisen eher ungeeignet, da sie trotz Nickelanteil nur bedingt säurefest gegenüber Speisesäuren ist. Also besser Billigbesteck (z.B. 13/0) meiden und direkt die haltbare, wenn auch erstmal teurere Version kaufen.

Ein weiterer Vorteil von Edelstahl ist auf jeden Fall die Robustheit, weshalb es sich auch für unterwegs sehr gut eignet und bei einigermaßen richtiger Behandlung ewig haltbar ist. Und falls nicht: Edelstahl ist recycelbar und kann zu 100% wieder verwendet werden. Es lohnt sich, genau hinzuschauen und nachzufragen, wenn keine Bezeichnung sichtbar ist.

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7 Gedanken zu “Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl

  1. Pingback: Edelstahl – lebensmittelgeeignet oder nicht? | schnupfensuchtheu

  2. Hallo grünes Einhorn,

    vielen Dank für die tolle Erklärung – jetzt verstehe ich endlich, welche Bedeutung die verschiedenen Angaben auf Edelstahlprodukten haben. Mir ist das zwar vorher schon aufgefallen, aber ehrlich gesagt habe ich mir bisher keine großartigen Gedanken dazu gemacht. In Zukunft werde ich beim Kauf auf jeden Fall darauf achten, dass die Produkte die entsprechende Qualität aufweisen.

    Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

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    • Hallo Svenja 🙂
      Gerne! Ich habe da auch nicht wirklich durchgeblickt und da ich mir gedacht habe, dass ich damit nicht alleine bin, wollte ich das mal ein bisschen zusammenfassen. Das macht es uns ja allen einfacher!
      Liebe Grüße!

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  3. Oh. Also, das habe ich überhaupt nicht gewusst, jetzt kann ich nur hoffen, daß das „edelstahlige“, das wir inzwischen angeschafft haben, auch gut ist (billig jedenfalls war es nicht!)
    Danke für die Info- mir ist allerdings auch noch nie aufgefallen, daß irgendwelche Zahlen irgendwo draufgestanden hätten. Hmmmm….
    PS das fände ich einen wirklich sinnvollen Beitrag für Einab; da sind Viele, die auf Edelstahl setzen – kann mir kaum vorstellen, daß ich die Einzige bin, die das nicht weiß.

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