Was ist eigentlich #1 – Bioplastik?

BioplastikBioplastik ist momentan in aller Munde. Die neuste Entwicklung und eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichem Plastik. Zumindest wird es so angepriesen. Aber stimmt das auch? Und was ist Bioplastik eigentlich?

So ganz einfach zu durchschauen ist die ganze Thematik rund um Bioplastik leider nicht. Der Begriff ist nicht wirklich definiert und wird für zweierlei Arten von Plastik eingesetzt: Zum einen für Plastik, das aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird und zum anderen für Plastik, das biologisch abbaubar sein soll.

Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen statt aus Erdöl. Das klingt erstmal ziemlich gut: Kein Verbrauch von knapper werdenden, endlichen Ressourcen und mehr Nachhaltigkeit durch nachwachsende Rohstoffe. Trotzdem ist Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen nicht sonderlich ökologisch. Für Bioplastiktüten wird zum Beispiel Maisstärke eingesetzt. Mais ist normalerweise ein Lebensmittel oder Futtermittel für Tiere. Als Lebensmittel könnte der Mais viel besser eingesetzt werden, als wenn daraus Tüten hergestellt werden. So fehlt Acker- und/oder Weideland, das grundsätzlich immer knapper wird (wachsende Weltbevölkerung und  immer größere Tierzucht). Damit der Mais aber ertragreich wachsen kann, werden Dünger und Pestizide eingesetzt, die wiederum dem Boden und der Natur schaden. Und noch ein dritter Nachteil kommt dazu: Mais ist eine der am häufigsten gentechnisch veränderten Pflanzen, die angebaut werden: Eine weitere Belastung für Umwelt und Tiere.

Und dann gibt es da ja noch die andere Art von Bioplastik: Biologisch abbaubare Kunststoffe. Leider heißt biologisch abbaubar nicht, dass diese Kunststoffe in die Biotonne gehören. Denn die Biokunststoffe brauchen zu lange, um zu verrotten. Doch auch im Gelben Sack haben sie nichts zu suchen: Beim Recycling würden sie die Eigenschaften der herkömmlichen Kunststoffe soweit vermindern, dass es sich nicht mehr lohnt. Optisch sind Biokunststoffe nicht von normalem Kunststoff zu unterscheiden, weshalb sie von Hand aussortiert werden müssen. Das ist teuer und am Ende landet das Bioplastik zusammen mit anderem Restmüll in der Müllverbrennungsanlage.

Warum gibt es dann überhaupt Biokunststoffe?

Der Gedanke an sich ist nicht schlecht – nur die Umsetzung ist nicht besonders ökologisch und nachhaltig. Den einzigen Vorteil hat die Industrie. Hier entsteht einerseits ein neuer Absatzmarkt, da inzwischen viele Menschen umweltbewusster werden und andererseits wird die Kunststoffherstellung aus Erdöl immer teurer, da auch die Erdölpreise steigen.

Doch statt Plastik einfach eins zu eins zu ersetzen, sollte lieber eine ganz andere Alternative her. Einfallen würden mir da zum Beispiel viel mehr unverpackte Lebensmittel und das Einkaufen mit eigenen und wiederverwendbaren Behältern. Bioplastik zu benutzen suggeriert nur, dass Wegwerfen vollkommen in Ordnung ist. Damit werden dann nicht weniger Verpackungen produziert sondern eher mehr. Und dann haben wir ein Problem mal wieder nur an eine andere Stelle verlagert.

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