Augen auf beim Kleiderkauf

KleiderkaufKein neues Plastik mehr kaufen, das ist das Ziel beim Plastik vermeiden. Und damit die eigene Gesundheit und die Umwelt schützen. Aber es ist nicht immer auf den ersten Blick einfach zu erkennen, wo überall Plastik drin ist. Auch in Kleidung sind oft Fasern, die aus Kunststoff bestehen. Also, was muss auf dem Schildchen stehen, wenn es plastikfrei sein soll?

Ein vorweg: Es geht hier nicht darum, welcher Stoff wie hergestellt wird. Mir ist bekannt, dass die Herstellungsbedingungen für Mensch, Tier und Umwelt ebenfalls belastend und zum Teil grausam sein können. Es geht diesmal nur darum, was mit den Stoffen passiert, wenn sie schlussendlich irgendwann im Müll landen. Die Herstellung selbst ist ein ganz anderer Punkt und muss gesondert betrachtet werden.

Es gibt viele verschiedene Arten von Textilien, den Überblick zu verlieren geht also relativ schnell. Zum einen gibt es eine Reihe an Naturfasern, einmal aus pflanzlichem und einmal aus tierischem Ursprung. Und zum anderen gibt es eine ganze Menge künstlich hergestellter Fasern.

Wichtig für uns ist einerseits die Unbedenklichkeit für unseren Körper, also dass wir keine Giftstoffe auf der Haut tragen und andererseits, ob das Material biologisch abbaubar ist. Baumwolle, Hanf und Leinen gehören zu den natürlichen Stoffen, die auf Pflanzenbasis hergestellt werden. Sie verrotten alle drei und belasten somit nicht nachträglich die Umwelt.

Seide und Wolle gehören zu den natürlichen Stoffen, die einen tierischen Ursprung haben. Wolle verrottet ebenfalls, Seide wiederum ist sehr „stabil“ und wird von Bakterien kaum angegriffen. Zwar hinterlässt sie kein Plastik in der Natur, verrottet aber nur schlecht oder gar nicht.

Zu den Chemiefasern gehören Viskose (mit natürlichem Ursprung) sowie Polyester, Polyamid, Polyacryl und Polyurethan (alle mit synthetischem Ursprung). Alle Fasern synthetischen Ursprungs sind Kunststofffasern und verrotten nicht. Sie weisen zwar einige Eigenschaften auf, die für die Textilindustrie heute wichtig erscheinen, lassen sich aber nicht biologisch abbauen. Das heißt, sie gehören ebenfalls zu den Kunststoffen, die die Umwelt belasten. Polyurethan steht zwar eher selten auf den Schildchen in der Kleidung, dafür ist es aber Bestandteil von z.B. Elasthan und Kunstleder.

Viskose wird aus natürlicher Zellulose gemacht, meist aus Buchenholz, teilweise aus anderen Holzarten. Die Fasern werden allerdings erst chemisch hergestellt, das heißt der Stoff ist synthetisch hergestellt auf natürlicher Basis. Viskose hat ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle und gehört ebenfalls zu den Stoffen, die biologisch abbaubar sind.

Hier habe ich noch ein kurzes Video für euch, in dem gezeigt wird, was mit den verschiedenen Stoffen passiert, wenn man sie für mehrere Monate in einen  Blumentopf mit Erde legt und das Ganze feucht hält:

 

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3 Gedanken zu “Augen auf beim Kleiderkauf

  1. In Sachen Plastikgehalt finde ich Deinen Beitrag prima. Zur Seide muß ich aber Protest anmelden:
    Daß Seide kaum oder gar nicht verrottet, kann einfach nicht stimmen. Es gibt seit Jahr(zehn)tausenden Seidenspinner. Wenn deren Puppen nicht verrotten würden, müsste ganz Asien inzwischen unter einem Berg Seidenkokons begraben sein, der dem Himalaya Konkurrenz macht. Auch wird seit Jahrtausenden (Schätzungen gehen Richtung 3. Jahrtausend vor Christus) Seide zu Kleidung verarbeitet. Auch diese Kleidungsstücke müssten inzwischen Bergketten bilden, wenn sie nicht verrotten würden. Klar, Seide verrottet langsamer als Wolle, aber sie verrottet. Also kein Problem mit der biologischen Abbaubarkeit per se. Die Frage ist eher, womit wurde die Faser in der Textilindustrie behandelt? Die Chemikalien, die da eingesetzt werden, sind da schon eher ein Problem. Das gilt aber sowohl für Seide als auch für Wolle (Stichwort Superwash-Ausrüstung und Mottenschutz) und bei den Pflanzenfasern gibts da sicher auch so Einiges. Also wenn möglich auch auf Bio-Zertifikate achten.

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  2. Danke für deinen Beitrag. Ich lese deinen Blog sehr gern. Weiter so!

    Eines finde ich auch noch wichtig: Die Kleidung aus Kunstfasern setzt auch beim Waschen Fasern frei, die dann wiederum die Umwelt belasten (den Wasserhaushalt). Besonders Fleece. Es gibt also viele Gründe, auf solche Kleidung zu verzichten.

    LG und ein schönes Wochenende
    Kathrin

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