Australia – welcome to a plastic world! – #2

Australien2[Scroll down to English version] Wie angekündigt gibt es heute den zweiten Teil meines Urlaubsberichts. Alles zusammen wäre einfach zu lang geworden. Im ersten Teil habe ich euch ja schon vom Flug und der Ankunft erzählt. Heute geht es um den Aufenthalt in Australien und wo mir überall Plastik begegnet ist.

Gleich am ersten Tag mussten wir ein bisschen einkaufen. Wir waren inzwischen zu fünft und so sollte es auch für die erste Woche bleiben. Das macht das Einkaufen natürlich etwas schwierig, vor allem wenn die anderen nicht so viel Wert auf Müllvermeidung legen wie ich. Doch irgendwie klappt das schon, dachte ich mir. Und dieser Gedanke hielt genau so lange, bis wir aus dem ersten Supermarkt wieder heraus waren.

Im Supermarkt war ich schon ziemlich geschockt. Ich habe kaum etwas gesehen, dass ohne Plastik verpackt war. Es gab genau eine Sorte Wasser, die in Glasflaschen verpackt war. Und genau diese Sorte gehört zum Nestle-Konzern. Da für mich beides schlimm ist – Nestle unterstützen und Plastikflaschen kaufen – habe ich den Preis entscheiden lassen: Plastikflasche 80ct, Glasflasche 4-5AUD. Dieser Unterschied ist sehr deutlich.

Glücklich war ich mit dieser Entscheidung ganz und gar nicht. Doch dem Leitungswasser habe ich in Australien auch nicht getraut. Es stank auch ziemlich nach Chlor, und zwar so sehr, dass man es beim Händewaschen sehr deutlich gerochen hat. Das wollte ich nun wirklich nicht trinken.

Was die anderen Einkäufe anging war es auch nicht viel besser. Es waren kaum Alternativen da, die auf den ersten oder zweiten Blick ersichtlich waren und dazu kam eben, dass es den anderen vier ziemlich egal war, worin ihre Lebensmittel eingepackt waren.

Etwas, was den Einkauf auch immer wieder schwer gemacht hat (auch als  wir nur noch zu zweit waren) war, dass wir spätestens alle drei Tage den Ort gewechselt haben. So hatten wir keine Chance uns mal ein bisschen mehr nach Alternativen umzusehen. Wir mussten oft einfach nehmen, was wir bekommen konnten. In kleinen Orten gibt es meist nur einen Supermarkt und das wars dann.

Was mich allerdings am meisten geschockt hat, war der Umgang mit Plastiktüten in Australien. Dort gibt es nicht nur in Modeläden Tüten umsonst, sondern in allen Supermärkten, außer beim Aldi. Und wenn man nicht gerade an einer Selbstbedienungskasse stand, wurde einem der Einkauf auch noch direkt eingepackt. Dabei wurde nicht mal sparsam mit den Tüten umgegangen, sondern es wurden zum Teil nur ein oder zwei Teile in eine Tüte gepackt.

Ich muss leider sagen, ich habe in diesen 5 Wochen in Australien wohl genauso viel oder mehr Müll produziert, als bisher im gesamten Jahr. Also in der gesamten Zeit, in der ich versuche Plastik zu vermeiden. Dabei meine ich allerdings nur das Plastik, dass ich neu kaufen musste, nicht das, was ich noch zuhause hatte aus dem letzten Jahr.

Doch ich kann nicht nur die Schuld bei den australischen Supermärkten suchen, ich muss ehrlich zugeben, irgendwann habe ich ein kleines bisschen aufgegeben. Warum? Naja, ich habe zwar nicht damit gerechnet, aber ich hatte ziemliches Heimweh. Und es war gar nicht so leicht damit umzugehen. Um es mir nicht noch schwerer zu machen, habe ich beschlossen, mich nicht zu sehr einzuschränken was das Essen angeht, sondern zu essen, worauf ich Lust habe. Das waren leider auch sehr oft Süßigkeiten (australische TimTams schmecken leider viel zu gut), die es nur in Plastik gab.

Stolz bin ich darauf keineswegs und es fällt mir auch nicht so leicht, dass hier öffentlich zu schreiben. Trotzdem finde ich es wichtig, denn es ist eben nicht immer einfach, Plastik zu vermeiden. Außerdem liest vielleicht der ein oder andere das und hat ebenfalls vor nach Australien zu fliegen und ist dann besser vorbereitet als ich es war! 🙂

Einen dritten Teil wird es auch noch geben, also bleibt dabei! 🙂


Hier gehts zu:
Teil 1
Teil 3


Australien2Like I said, now you will get the second part of my report. If I had written it all in one blogpost, it would have been very long! In the first part, I wrote about the flight and the first day in Australia. Now I will write about being in Australia and where I found plastic.

At the first day we had to buy some food. We were five people then, which made it more difficult. Especially because the four other ones didn’t care about avoiding plastic. But I thought somehow it will be alright. I thought this until we got out of the first supermarket.

I was really shocked as I was in the supermarket. I saw nearly nothing without plastic. There was exactly one type of water in glass bottles. And this brand belongs to Nestle. Because both of it – buying plastic bottles and supporting Nestle – is horrible for me, I decided about the price. The plastic bottles were 80ct, the glass bottles 4-5AUD. This was clear difference.

I wasn’t happy with that decision.  But I wasn’t sure about the piped water in Australia. It smelled like chlorine. You could even smell it while washing your hands. I really didn’t want to drink that.

The other times in the supermarket weren’t better. There was nearly no alternative to plastic which you could find at first or second sight. Another point was that the other ones didn’t care, if their food was packed in plastic.

Something which made it difficult all the times (even as we were just the two of us later) was that we drove to another city every three days. Most of the times the little villages had just one supermarket and we had to buy what they sold. There was no chance to look for alternatives.

But most I was shocked as I saw how the Australians handle plastic bags. You could get them for free. Not only in the clothing shops but in every supermarket except for Aldi. The staff even put your food in plastic bags while paying. And they didn’t care about the number of plastic bags, sometimes they put just one or two things in one bag.

I think, in those five weeks I produced more waste than in the whole year until now. More than in all the time, I tried to avoid plastic. At least more plastic than I buyed this year, without all the stuff I had at home since last year.

But I can’t just blame the supermarkets for this. I have to admit, there came a time I somehow gave up a little bit. Why? I didn’t expecet that, but I was really homesick. And it wasn’t easy to deal with it. I didn’t want to make it even harder for me, so I decided to limit myself not too much. Instead I ate what I wanted. And often that were sweets, which are in plastic (and Australian TimTams are sooo delicious).

I’m not proud of that and it isn’t easy to write it down. But I think it is important. It is not always easy to avoid plastic. And maybe there is someone reading this who wants to go to Australia and can prepare the holiday better than I did. 😉

There will be another part, so stay tuned! 😀


Here you get to:
part 1
part 3

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7 Gedanken zu “Australia – welcome to a plastic world! – #2

  1. Pingback: Australia – welcome to a plastic world! – #1 | Grünes Einhorn

  2. Pingback: Australien – welcome to a plastic world! – #3 | Grünes Einhorn

  3. In der Schweiz liegen auch kleine Plastiktaschen in Rollen an der Kasse gratis aus. Entweder man kauft eine aus Papier oder nimmt die aus Plastik gratis. Für mich ist das nicht mehr neue, denn man gewöhnt sich dran. Zwar habe ich noch nie eine dieser Säcke genommen, aber viele andere Menschen. Das ist nämlich normal.
    Glasflaschen findet man hier nicht mehr, wenn man Wasser kaufen will. Es hat diese nur in Saft Flaschen. Obst ist, wie überall, auch in Plastik verpackt. Also kommt man da auch nicht mehr drum herum. Was es einen sehr schwierig macht darauf zu verzichten. Oft sehe ich Leute, die zwei Äpfel in einem Sack haben und zwei Peperoni in einem anderen. Das ist manchmal deprimierend. Aber sie liegen ja da und sind gratis. Wenn sie dafür bezahlen müssten würden vielleicht einige sparsamer damit umgehen.

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    • Das mit den Plastiktüten überrascht mich jetzt eher weniger, aber es gibt gar keine Glasflaschen in der Schweiz? Nicht mal im Getränkemarkt?
      Ist denn das gesamte Obst verpackt oder nur einzelne Sachen?
      Ja, das mit den vielen Plastiktüten für Obst und Gemüse ist hier genauso. Und selbst im Bioladen, wo daneben noch Papiertüten hängen, werden oft die Plastiktüten genommen. Leider hängen die Papiertüten dort auch nicht immer, aber wenn man fragt, gibt es welche.
      Ich fänd es auch sinnvoll, die Plastiktüten nicht mehr gratis auszugeben… Mal schauen, wann das Wirklichkeit wird.
      Liebe Grüße!

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      • Getränkemarkt hat es hier in der Gegend nicht. Glas hat es nur für Säfte aber keine für Wasser oder Softdrinks.
        Im Handel sind Obst im Paket erhältlich. Wenn man zum Beispiel fünf Äpfel kauft, kann man die in einem Paket kaufen. Sonst nimmt man halt die Säcke, die wie in Deutschland in der Gemüseabteilung. Das ist praktisch überall so.
        Im Bioladen war ich noch nicht. Das ist mir im Moment noch zu teuer.

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      • Das ist ja echt ärgerlich. Aber das Obst kann man ja auch ohne die Plastiksäckchen kaufen, ich pack das immer in eine Stofftasche oder lose in den Einkaufswagen und dann auch lose auf die Kasse. 😉 So brauche ich die Tüten nicht. Aber es gibt auch so Baumwollnetze, wenn es nicht lose sein soll. 😉

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      • Mit einzelnen Sachen mache ich das auch wie du.
        Sonst bin ich dazu übergegangen einen Sack mehrmals zu verwenden.
        Das mache ich auch mit den Plastikflaschen, wenn ich denn mal eine kaufe.
        Demnächst will ich auch Sirup selber machen, weil die es auch nur in Plastik hat.

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